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Kultur in der Krise

Als soziokulturelles Zentrum haben wir die Situation der Kulturschaffenden auch während der Corona-Krise besonders im Blick. Die Situation von Kulturschaffenden ist aber nicht erst seit der Pandemie in weiten Bereichen prekär, sondern tritt mit ihren Defiziten aktuell nur noch deutlicher zu Tage. Der deutsche Kulturrat schreibt dazu passend anlässlich einer im Juni 2020 erschienenen Studie: „Corona hat alles verändert und Corona hat vieles sichtbar gemacht. Dass die Seuche innerhalb von wenigen Tagen die ökonomischen Bedingungen der Künstlerinnen, Künstler und der kleinen kulturwirtschaftlichen Unternehmen zum Zusammenstürzen bringen konnte, zeigt, wie dünn das Eis der ökonomischen Absicherung der Frauen und Männer, die im Kulturmarkt arbeiten, ist.“ https://www.kulturrat.de/presse/pressemitteilung/studie-bringt-klarheit/
Soziokultur ist keine Kultursparte, sondern eine Kulturpraxis und ist im Schnittfeld von Kunst, Bildung, Sozialer Arbeit angesiedelt. Sie weist viele Berührungspunkte zu anderen gesellschaftlichen Feldern wie Stadt- und Regionalentwicklung oder bürgerschaftlichem Engagement auf. Dabei gehört es auch zu unseren Aufgaben, sich diesen Wechselbeziehungen zu stellen, eigene Positionen aus Sicht der Soziokultur zu entwickeln und diese auch in (kultur-)politische Debatten einzubringen. Wie für unseren Dachverband LAKS Hessen ist dies auch für uns – auf lokaler Ebene – eine Aufgabe, die wir in Publikationen und Veranstaltungen wahrnehmen (Nähere Informationen zu unserem Dachverband unter https://www.laks.de/home). Dieser Aufgabe wollen wir uns auch in der aktuellen Krise stellen und dabei besonders versuchen, der Verantwortung gerecht zu werden, die wir gegenüber den Kulturschaffenden tragen, die seit über 24 Jahren die kulturelle Arbeit des ZiBB tragen. Als soziokulturelles Zentrum sind wir dabei insbesondere ein Veranstaltungsort für viele der sogenannten „freien  Kulturschaffenden“, die in der aktuellen Krise besonders wirtschaftlich benachteiligt sind. Sie gestalten mit uns gemeinsam ein vielfältiges, barrierearmes Kulturangebot, das dem Austausch, der Begegnung und gemeinsamen Bildung von Menschen unterschiedlicher kultureller, sozialer oder ethnischer Herkunft, jeden Alters und jeden Geschlechts dient. Ohne sie ist unsere Arbeit nicht möglich. 

Durch den engen Austausch mit „unseren“ Kulturschaffenden in den letzten Monaten sehen wir uns auch als eine Art Lobby für ihre Forderungen und Interessen und wollen für diese eintreten. Gerade in einer Zeit, in der so viele Bereiche Not leiden und ihre Interessen artikulieren, müssen auch die Kulturschaffenden, die traditionell eine gewisse kritische Distanz zum Begriff „Lobbyarbeit“ pflegen, sich offen mit ihren Forderungen positionieren und ihre Kräfte bündeln. Ein „weiter so“ darf es nicht geben! Da soziokulturelle Zentren auch Orte für gelebte Demokratie und Dialog, für Prävention und Partizipation, für Mitmachen und Mitgestalten sind, ist es nur folgerichtig, auch in der Krisenzeit aktiv zu sein.

Der Raum für kulturelle Veranstaltungen ist durch die pandemiebedingten Auflagen momentan sehr eingeschränkt – teilweise stärker als in anderen Lebens- und Wirtschaftsbereichen. Wir sehen aber, dass es Bemühungen gibt, Konzepte zu entwickeln, um die Präsentation von Kultur auch während der Krise so sicher wie möglich umsetzen zu können. In Gießen hat die Demonstration eines solchen Konzeptes während der Nachttanzdemo am 15. August 2020 bereits erfolgreich stattgefunden. Angelehnt an dieses Konzept möchten wir am 19.09.2020 in kleinerem Rahmen ebenfalls die coronakonforme Präsentation von kulturellen Inhalten demonstrieren und damit unterstreichen, dass Kultur nicht nur möglich, sondern auch notwendig ist und bleibt. 

Daher laden wir alle ein, sich am Samstag, den 19.09.2020 mit uns gemeinsam auf der Seebühne am Schwanenteich  für hygienisch sichere kulturelle und gesellschaftliche Darbietungen und für bessere Bedingungen für Kulturschaffende und mehr Unterstützung sozial wirksamer Kulturprojekte zu versammeln. Geplant sind ein Konzert des Multikulturellen Orchesters der Universitätsstadt Gießen sowie Wortbeiträge zur aktuellen Situation von Kulturschaffenden und Kulturprojekten und eine Vorstellung des Projekts „Musik statt Straße“. Weitere Informationen finden Sie hier.

Liebe Gäste,
langsam wagen wir uns wieder daran, Ihnen öffentliche Veranstaltungen im ZiBB anzubieten – natürlich unter Beachtung der geltenden Verordnungen und der Hygieneempfehlungen des Robert Koch-Instituts. Auch einige unsere Kurse finden nun wieder statt. Wir informieren Sie entsprechend in unseren Programmhinweisen dazu. Ein direkter Besuch unserer öffentlichen Sprechstunde ist momentan noch nicht wieder möglich, Termine können aber telefonisch vereinbart werden.
Mit besten Grüßen
Ihr ZiBB-Team                                                                                                                                                                                                               
(Stand 04.06.2020)

Die nächsten öffentlichen Veranstaltungen:

Sep
23
Mi
17:30 Probe: Multikulturelles Orcheste...
Probe: Multikulturelles Orcheste...
Sep 23 um 17:30 – 19:00
Probe: Multikulturelles Orchester  der Universitätsstadt Gießen @ ZiBB - Zentrum für interkulturelle Bildung und Begegnung
Eine musikalische Brücke – ganz im Zeichen von Integration und  multikultureller Vielfalt – ist das Orchester  mit den verschiedenen Instrumenten aus ihrem jeweiligen Herkunftsland: aus Persien, vom Balkan, aus Afrika, Bulgarien und Deutschland. So spricht[...]
Sep
30
Mi
17:30 Probe: Multikulturelles Orcheste...
Probe: Multikulturelles Orcheste...
Sep 30 um 17:30 – 19:00
Probe: Multikulturelles Orchester  der Universitätsstadt Gießen @ ZiBB - Zentrum für interkulturelle Bildung und Begegnung
Eine musikalische Brücke – ganz im Zeichen von Integration und  multikultureller Vielfalt – ist das Orchester  mit den verschiedenen Instrumenten aus ihrem jeweiligen Herkunftsland: aus Persien, vom Balkan, aus Afrika, Bulgarien und Deutschland. So spricht[...]

Raumvermietungen:

Wir vermieten unsere Räume für Seminare, Workshops und Sitzungen. Sprechen Sie uns gerne an. Wir bitten jedoch um Verständnis, dass auf Grund der aktuellen Vorschriften unsere Kapazitäten begrenzt sind.
Für private Veranstaltungen kann der Saal nur von Bewohner*innen der GSW genutzt werden. Ansprechpartner dafür ist die GSW.

unser Veranstaltungs-Programm

Im ZiBB finden eine Vielzahl unterscheidlicher Veranstaltungen statt. Beliebt sind unsere Veranstaltungsreihen, wie die Kulturabende und Konzerte, das Internationale Literaturcafé oder das Internationale Frauencafé. Hier gehts zu unseren Veranstaltungen.

Wir bieten Ihnen regelmäßig stattfindende Kurse wie „Öffentliches Sprechen“ mit Rainer Hustedt (Schauspieler Stadttheater Gießen) an, Seminare wie das „Ausdrucksmalen“ bei Claudia Grothe (Kunsttherapeutische Gestaltungstrainerin), Theaterworkshops, die Töpferwerkstatt, das Jahreskreistanzen und vieles mehr. Teilweise sind die Angebote kostenlos, bei einigen werden von den Kursleitenden Teilnahmegebühren erhoben. Der ViBB e.V. subventioniert in diesen Fällen nach Möglichkeit Plätze für Menschen mit geringen finanziellen Möglichkeiten. Sprechen Sie uns einfach an. Übrigens, wenn Sie Vorschläge zu Kursen haben, die wir noch nicht anbieten, freuen wir uns über Ihre Ideen und Anregungen.

Alle aktuellen Kurse, Seminare und Workshops finden Sie hier.

Außerhalb unserer Veranstaltungsreihen bieten wir immer wieder besondere Einzelveranstaltungen an.

Um mit unserem Programm auch auf
aktuelle Entwicklungen reagieren zu
können, wird im Laufe des Jahres noch
die ein oder andere Sonderveranstaltung hinzukommen, auch deshalb lohnt es sich, hin und wieder auf unserer Internetseite vorbeizuschauen!

unser soziokulturelles Zentrum ZiBB

Das ZiBB – Zentrum für interkulturelle Bildung und Begegnung Gießen – wurde 1996 als soziokulturelles Zentrum mit einem vielfältigen Angebot an Kunst, Kultur und Politik eröffnet. Mehr Informationen finden Sie hier. 

Der Verein für interkulturelle Bildung und Begegnung e.V. (Amtsgericht Gießen, Nr.VR 2169) wurde im April 1995 auf Initiative des Ausländerbeirats der Stadt Gießen gegründet. Mehr Informationen finden Sie hier.

Wir sind vielseitig vernetzt und pflegen eine intensive Zusammenarbeit mit zahlreichen Initiativen und Institutionen.


Mit dem Stadtbus zum ZiBB

Busse der Linie 1, 17, GI-21, N Saturn
Zielhaltestelle „Waldstadion“ (von dort ca. 200 m Fußweg).

Mit dem Fahrrad zum ZiBB

Ab Gießen-Innenstadt nur ca. 15 Minuten (Grünberger Straße stadtauswärts – mittlere Steigung. Zurück einfach rollen lassen…)

Impressionen:

Quadratisch – Praktisch – Gut!

Das Jahresprogramm des ZiBB hat ein neues Gesicht erhalten und wir hoffen, dass es unseren Leserinnen und Lesern ebenso gut gefällt wie uns.
Das gedruckte Heftchen kann beim nächsten ZiBB-Besuch mitgenommen werden, es liegt aber auch an verschiedenen Stellen in Gießen aus – u. a. in der Tourist-Information (Schulstraße 4) oder im Stadtbüro (Rathaus, Berliner Platz 1).

 

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Zeichnung: Pedro Hafermann
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